Die Auswertung unserer Umfrage:
Was Bersenbrück uns gesagt hat
Wir wollten wissen, wie die Menschen in Bersenbrück ihre Stadt erleben, was gut läuft und wo sie Veränderungsbedarf sehen.
Deshalb haben wir im Sommer 2026 eine offene Einwohnerbefragung durchgeführt. 895 Mal wurde die Umfrageseite aufgerufen, 423 Personen haben die Befragung begonnen und 299 vollständig abgeschlossen.
Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Sie zeigt aber deutlich, welche Themen viele der Teilnehmenden beschäftigen – und an welchen Stellen sich Antworten auffällig häufen.
Menschen aus vielen Teilen
Bersenbrücks haben mitgemacht.
Die Teilnehmenden kamen aus nahezu allen Stadt- und Ortsteilen. 30 Prozent derjenigen, die ihren Wohnort angegeben haben, leben in Innenstadt oder Zentrum, 70 Prozent in den übrigen Wohngebieten und Ortsteilen.
Auch bei der Altersverteilung war die Beteiligung vergleichsweise breit: Knapp 47 Prozent der Teilnehmenden waren zwischen 20 und 50 Jahre alt, knapp 50 Prozent über 50. Junge Menschen unter 20 Jahren haben wir mit dieser Form der Befragung dagegen kaum erreicht.
Das nehmen wir ernst: Wer wissen will, was Jugendliche beschäftigt, muss sie gezielt ansprechen und eigene Beteiligungsformen schaffen.
Wo soll Bersenbrück besser werden?
Bei der Frage nach dem größten Verbesserungsbedarf liegen mehrere Themen eng beieinander. Am häufigsten genannt wurde Bürgerbeteiligung (46,2 %). Dahinter folgen Veranstaltungen (44,4 %) und Stadtgrün (44,1 %). Auch Familienfreundlichkeit (40,4 %), Verkehr (38,9 %) und Jugendangebote (38,0 %) beschäftigen viele der Befragten.
Das Ergebnis zeigt: Es gibt nicht das eine große Thema. Gewünscht wird vielmehr eine Stadt, die mehr Beteiligung ermöglicht, lebendiger wird und im Alltag an vielen Stellen an Lebensqualität gewinnt.
Die meisten leben gern in Bersenbrück
– aber es gibt Luft nach oben
Auf die Frage „Wie gerne leben Sie in Bersenbrück?“ lag die durchschnittliche Bewertung bei 68 von 100 Punkten, der Median bei 71 Punkten.
Fast jede zweite Bewertung lag bei 76 Punkten oder höher. Das zeigt: Die Grundstimmung ist positiv.
Gleichzeitig ist das Ergebnis kein Grund, sich zurückzulehnen. Viele Menschen leben gern hier und sehen trotzdem Verbesserungsmöglichkeiten. Genau diese Haltung begegnete uns auch in zahlreichen offenen Antworten: Bersenbrück wird geschätzt – und soll sich weiterentwickeln.
Information über das Stadtgeschehen: deutlicher Verbesserungsbedarf
Besonders klar fiel die Bewertung bei der Frage aus, wie ausreichend die Menschen über das Stadtgeschehen informiert sind.
Fast 64 Prozent vergaben nur einen der beiden unteren Werte auf einer fünfstufigen Skala. Der Mittelwert lag bei 2,48 von 5 Punkten.
Für uns ist das ein deutlicher Hinweis: Informationen über Ratstermine, Entscheidungen, Baustellen, Veranstaltungen und Beteiligungsmöglichkeiten müssen leichter zugänglich und verständlicher sein.
Eine Stadt-App oder eine vergleichbare digitale Plattform könnte dabei helfen, Informationen an einer Stelle zu bündeln und zugleich neue Möglichkeiten zur Beteiligung zu schaffen.
Sichere Schulwege sind
keine 50:50-Frage
Eltern und Großeltern bewerteten die Frage, ob Kinder und Enkel gut und sicher allein zur Schule kommen, im Durchschnitt mit nur 56 von 100 Punkten.
Besonders auffällig: Mehr als ein Drittel der Antworten lag genau bei 50 Punkten.
Die anschließende offene Frage zeigte sehr konkret, was verbessert werden sollte. Immer wieder genannt wurden:
bessere und durchgängige Radwege,
sichere Querungen,
Tempo 30 und Geschwindigkeitskontrollen,
weniger Autoverkehr vor den Schulen,
eine klarere Trennung von Auto-, Rad- und Fußverkehr,
bessere Beleuchtung.
Mehrfach wurden auch konkrete Straßen und Gefahrenstellen genannt.
Das zeigt: Sichere Schulwege sind kein abstraktes Thema. Viele problematische Stellen sind bekannt – und ebenso viele mögliche Lösungen.
Bersenbrück lebt vom Ehrenamt
Fast jede zweite befragte Person engagiert sich derzeit ehrenamtlich. Weitere zwölf Prozent haben sich früher ehrenamtlich engagiert.
Damit hat mehr als die Hälfte der Befragten eigene Erfahrung mit freiwilligem Engagement.
Vereine, Initiativen, Sport, Kultur, Nachbarschaftshilfe und viele soziale Angebote funktionieren nur, weil Menschen Zeit und Energie investieren. Ehrenamt braucht deshalb nicht nur Anerkennung, sondern auch gute Rahmenbedingungen und verlässliche Unterstützung.
Warum Menschen wählen gehen
88 Prozent der Befragten gaben an, bei der Kommunalwahl wählen gehen zu wollen.
Interessanter als diese Zahl waren für uns die Gründe dafür. Besonders häufig genannt wurden:
Demokratie stärken: 70 Prozent
Menschen wählen, denen man etwas zutraut: 63 Prozent
mitbestimmen, was vor Ort passiert: 61 Prozent
gute Arbeit vor Ort unterstützen: 37 Prozent
bestimmte Themen voranbringen: 25 Prozent
Mehrfachnennungen waren möglich.
Auffällig ist: Für viele geht es bei der Kommunalwahl nicht nur um einzelne Sachfragen. Es geht auch um Vertrauen, Mitbestimmung und darum, wer Verantwortung für die Stadt übernehmen soll.
170 Ideen für Bersenbrück
Besonders wertvoll waren für uns die Antworten auf die offene Frage:
„Was ist Ihre Idee für Bersenbrück?“
170 Menschen haben darauf geantwortet.
Die Vorschläge waren sehr unterschiedlich – und trotzdem zeichnete sich ein gemeinsamer roter Faden ab.
Immer wieder ging es um eine lebendigere Innenstadt, mehr Gastronomie, Veranstaltungen und Kultur, mehr Grün, bessere Rad- und Fußwege, Angebote für Kinder und Jugendliche sowie mehr Möglichkeiten zur Begegnung und Beteiligung.
Viele Antworten lassen sich deshalb auf einen Gedanken bringen:
Bersenbrück soll nicht einfach nur wachsen. Bersenbrück soll lebendiger werden.
Was wir aus der Umfrage mitnehmen
Die Befragung hat uns nicht das eine große Thema geliefert. Sie zeigt vielmehr, dass Lebensqualität an vielen Stellen entsteht:
Auf dem Schulweg, auf dem Marktplatz, im Verein, auf dem Fahrrad, beim Einkaufen, bei Veranstaltungen, im Gespräch mit der Stadtverwaltung und dort, wo Menschen sich begegnen.
Viele Menschen leben gern in Bersenbrück. Gerade deshalb haben sie Vorstellungen davon, was besser werden kann.
Diese Hinweise nehmen wir mit in unsere Arbeit.
Denn gute Kommunalpolitik beginnt für uns nicht damit, bereits alle Antworten zu kennen.
Sie beginnt damit, zuzuhören.

